Städtepartnerschaften und die Auslandsgesellschaft

Die Förderung der Völkerverständigung im Geiste von Humanität und Toleranz – diesem Satzungsauftrag hat sich die Auslandsgesellschaft verschrieben. Städtepartnerschaften leisten dazu einen wichtigen Beitrag, dass sich Menschen aus verschiedenen Nationen kennen und schätzen lernen. In unserer Arbeit steht der Praxisbezug im Mittelpunkt: In Städtepartnerschaften engagierte und interessierte Menschen sollen einen direkten Nutzen aus den Ergebnissen ziehen.
Für die Auslandsgesellschaft sind Städtepartnerschaften das Friedensprojekt der Kommunen im 21. Jahrhundert. Allein die quantitativen Ausmaße beeindrucken: So haben deutsche Kommunen mehr als 7.000 Partnerschaften in der ganzen Welt; dort begegnen sich im Rahmen der deutsch-ausländischen Städtepartnerschaften drei Millionen Menschen jährlich. Viele Menschen haben ihre ersten Auslandserfahrungen über den Schulaustausch oder organisierte Reisen der Kommunen in Partnerschaftsstädte gemacht.

Netzwerkstelle Städtepartnerschaften
Ziel des Projektes im Auftrag der Staatskanzlei ist der Aufbau einer „Aufbau einer zentralen Netzwerkstelle für Städtepartnerschaften in Nordrhein-Westfalen“ (Januar 2021-Dezember 2022)
Alle Informationen finden Sie auf der Projekt-Webseite: www.staedtepartnerschaftennrw.org

Dortmunds Partnerstädte

Durch zwei Webseiten wirkt die Auslandsgesellschaft aktiv an der Sichtbarkeit der Städtepartnerschaften von Dortmund mit: Buffalo-DortmundLeeds-Dortmund (Neu im Februar 2022).
2022 finden mehrere Studienreisen in Dortmunds Partnerstädten statt: "Beethoven-Marathon in Novi Sad (Serbien), 24.-28.6.2022" + Leeds, Dortmunds Partnerstadt in Großbritannien, 22.-26.8.2022 +  "Amiens, Dortmunds Partnerstadt in Frankreich" in Kooperation mit dem Max Planck Gymnasium im August 2022
Die Auslandsgesellschaft war in vielen Fällen an der Gründung der Städtepartnerschaften der Stadt Dortmund beteiligt und wirkt seitdem durch Austauschprogramme, Studienreisen und Projekte in Kooperation mit Amiens (F), Leeds (GB), Netanya (Israel), Buffalo (USA), Novi Sad (Serbien), Xian (China) und Rostow am Don (Russland) mit. Dazu lesen Sie den Bericht in der 70-Jahrausgabe Brücken 2019

Frankreich und Großbritannien – Amiens (seit 1960) und Leeds (seit 1969)
- Studienfahrten mit Schüler*innen ab  Klasse 7 (Bericht Sebastian Knop, Brücken 2018)
- Europäischer Freiwilligendienst, sechs junge Leute aus Amiens, Dortmund, Leeds nahmen daran teil: (Bericht Brücken 2017)
- 4 monatiger Schulaufenthalt in Amiens (Bericht Brücken 2016)
- Dortmund-Leeds-Amiens:(Dortmunder Jazzsalon, Brücken 2017)

USA, Buffalo (seit 1977)
- Seit 40 Jahren: 4-monatiger High-School-Programm und Jugendaustausch in Kooperation mit dem Sister-City-Committee, (Blog)
- Vertretung der Auslandsgesellschaft in Buffalo (Bericht, 2017)
- Studierenden aus Buffalo in Dortmund (Bericht 2017)
- 40 Jahre Dortmund-Buffalo (Bericht, Brücken 2018)

Russland, Rostow am Don  (seit 1977)
- Aktuell ermöglichen die besonderen  Beziehungen  zu  Rostow am Don viele Projekte im Rahmen der Deutsch-Russischen Akademie Ruhr.

Israel, Netanya (seit 1981)
- Der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft zwischen Dortmund  und  Netanya e.V. wurde in der Auslandsgesellschaft gegründet und fördert jährlich mehrere Schulaustausch-Programme zwischen beiden Städten. Klaus Wegener, Präsident der Auslandsgesellschaft hat den Vorsitz übernommen, seitdem der Verein wieder unter dem Dach der Auslandsgesellschaft seinen Sitz hat.
Die Publikation "In den Spuren der Realitäten, 25 Jahre Städtepartnerschaft Dortmund – Netanya, 2006" ist in der Auslandsgesellschaft erhältlich.

China, Xian (seit 1992)
- 25 Jahre Dortmund-Xian (Veranstaltung in Dortmund (Link) - Bericht, Brücken 2018
Zu diesem Anlass hat die Stadt Dortmund eine Broschüre herausgegeben (auch in der Auslandsgesellschaft erhältlich)

Städtepartnerschaften und die europäische Zivilgesellschaft

Ob die Städtepartnerschaften, dieses altbewährte Mittel der kommunalen Außenpolitik der 60er bis 80er Jahre, der geeignete Ort sei, um neue Impulse für Europa zu setzen und das Interesse der Bürgerinnen und Bürger für die europäische Integration zu fördern, war die Eingangsfrage, die sich eine Gruppe von Wissenschaftlern um Wolfram Kuschke, Europaminister a.D., stellte. „Ich war erst skeptisch, denn für mich wirkten Städtepartnerschaften zunächst altbacken und wenig zukunftsfähig“, nach 10 Jahren sieht es Kuschke anders, der das Kompetenzteam „Städtepartnerschaften und europäische Zivilgesellschaft“ leitet. Was  ist das Fazit nach 10 Jahren Forschung? Welche Perspektiven gibt es? Schätzungsweise ca. 3 Millionen Menschen treffen sich heutzutage im Rahmen von Städtepartnerschaften. Dass allerdings 90% der mehr als 7000 deutsch-internationalen Städtepartnerschaften in Europa bleiben, macht nachdenklich.

Es ist erstaunlich, dass weder die Nähe des afrikanischen Kontinentes, noch die Tatsache, dass knapp 3 Millionen türkischstämmige Bürgerinnen und Bürger in Deutschland leben, sich in der Zahl der geschlossenen Städtepartnerschaften niederschlagen. Vertane Chancen, die „Chancen für die Zukunft werden könnten, denn Begegnungen im Rahmen von Städtepartnerschaften sind Begegnungen auf Augenhöhe“, kommentiert Wolfram Kuschke.

Der Austausch über aktuelle Themen ist eine weitere – durchaus realistische – Entwicklung für Städtepartnerschaften. Seit der Fluchtbewegung 2015 beobachtet man, dass sich Städtepartnerschaften z.B. mit dem Thema „Integration und Migration“ verstärkt beschäftigen. Oder das Thema Heimat bzw. die Frage einer europäischen Identität könnten im Rahmen von Städtepartnerschaften behandelt werden. Weiter haben die Untersuchungen ergeben, dass thematische Herausforderungen der Kommunen (u.a. Demographie, Digitalisierung, Daseinsvorsorge, Nachhaltigkeit) zunehmend auch die Städtepartnerschaften tangieren.

An diesen und vielen weiteren Fragen arbeitet die Auslandsgesellschaft im direkten Austausch mit den Partnerschaftsvereinen sowie Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. So veranstalten wir alle zwei Jahre den Tag der Städtepartnerschaften, so am 21.11.2019 in Münster oder beraten Kommunen sehr konkret bei der Neuaufstellung ihrer Europaarbeit.
Haben Sie Fragen oder Anmerkungen? Gerne steht Ihnen Dr. Kai Pfundheller für Rückfragen zur Verfügung. Weitere Informationen  finden Sie in der folgenden Broschüre (Im Fokus 2017/2018)

Folgende Publikationen stehen zum Download bereit:

Migration und Integration als Thema von Städtepartnerschaften (2018) Download

Status quo und Zukunft von Städtepartnerschaften - PowerPoint-Präsentation zum Vortrag von Dr. Pfundheller bei der Europaakademie in Berlin am 29.05.2015

Bedeutung und Entwicklung deutsch-türkischer-Städtepartnerschaften in Nordrhein-Westfalen, Powerpoint. Stand 2015 Download

Identifizierung, Stärkung und Vernetzung der Akteure einer europäischen Bürger- und Zivilgesellschaft. Abschlussbericht über ein Projekt. (2013) Download

Von Städtepartnerschaften zu kommunalen Netzwerken − Kommunale Vernetzung als Motor bürgerschaftlichen Engagements in einer europäischen Öffentlichkeit. (2010) – Abschlussbericht: Von Städtepartnerschaften zu kommunalen Netzwerken Teil 1 und Teil 2

Ich in Europa – wir in Europa –  Junge Menschen engagieren sich für Städtepartnerschaften. 2010. Download

Wir möchten Sie zudem auf folgende Veröffentlichungen hinweisen:
•    Andersen, Uwe (Hrsg.): Das Europa der Bürger. Europa besser verstehen und daran mitwirken. Wochenschauverlag. Bestellen: Das Europa der Bürger
•    Pfundheller, Kai: Städtepartnerschaften – alternative Außenpolitik der Kommunen. Verlag Barbara Budrich.  Bestellen: Städtepartnerschaften
•    Städtepartnerschaften – Eine Handreichung für Praktiker. Band 32 in der Schriftenreihe der SGK NRW. Bestellen: Eine Handreichung für Praktiker
•    Städtepartnerschaften |Entwickeln | Leben | Ausbauen | Finanzieren (Link)